Meine Rückreise:

Palmen, Sonne und eine laue Brise – zum vorerst letzten Mal!

Tja da sitze ich nun in Nairobi am Jomo Kenyatta Airport und vertreibe mir die letzten Stunden bevor es in den Flieger Richtung Dubai bzw. Deutschland geht. Heute Morgen musste ich bereits das schöne Kisumu, gefühlt meine Heimat, verlassen und es fiel mir wirklich wirklich schwer. Ich hatte mich vor ca. zwei Wochen bereits um einen Flug nach Nairobi gekümmert, da ich ungern mit all meinem Gepäck alleine in einen Bus steigen wollte. Weil ich aber sicher gehen wollte, dass ich meinen Flug nach Dubai auch auf jeden Fall bekomme, bin ich schon gegen Mittag geflogen, sodass ich zur Not im Falle eines Falles noch ein späteres Flugzeug nehmen könnte. Daraus entsteht jetzt für mich natürlich eine unglaublich Wartezeit von über sieben Stunden. Aber ich wechsel nun von Café zu Café und haue meine letzten Schilling in den überteuerten Dingern auf den Kopf.

Am Freitag begann ich zu realisieren, dass es ganz bald zurück nach Deutschland geht und seither ist es ein ständiges Auf und Ab. Ich muss euch leider gestehen, dass meine Vorfreude etwas in den Hintergrund gerückt und dafür immer mehr das Gefühl des Abschieds präsent ist. Aber so ist das wohl, wenn man sich auf so ein Jahr einlässt. Man macht alles irgendwann zum ersten, aber natürlich dadurch auch irgendwann zum letzten Mal. Und der Punkt, ab dem man dieses wahrnimmt, ist gar nicht mal so angenehm.

Am Wochenende habe ich begonnen mich von den Leuten hier zu verabschieden. Erst machte ich am Samstagmorgen eine kleine Abschieds-Spazierrundedurch Kisumu, in der ich mir alle Straßen-Leckereien gegönnt habe, die mir in die Finger gekommen sind. Anschließend war ich noch bei unserem ehemaligen Gastvater, um mich für seine Mühe und sein Willkommen-Heißen ganz zu Anfang zu bedanken. Wir saßen gemeinsam auf der Veranda, tranken Wein und quatschen ein wenig über das vergangene Jahr. Außerdem feierten wir noch ein wenig den Geburtstag von zweien seiner Söhne. Er ist und bleibt ein für mich ungewohnter Zeitgenosse, trotzdem macht es Spaß ihn hin und wieder zu besuchen. Ich hatte auf jeden Fall einen lustigen Nachmittag.

Abends gingen wir mit den neuen Freiwilligen und einigen von den kenianischen Leuten aus. Es war wirklich nochmal ein schöner entspannter Abend bevor am darauffolgenden Tag vier weitere Freiwillige unsere Wohnung stürmen würden. Denn am Sonntagmorgen fuhr ich mit sechs Lehrern bzw. Lehrerinnen unserer Schule zum Flughafen um die „Neuen“ abzuholen. Zwei Mädels für unsere Schule namens Miri und Luisa, zwei für die Special school in Kisii. Ich hoffe es war schön für sie, von so einer großen Runde empfangen zu werden. Als Karawane erreichten wir unser beschauliches Zuhause, was Genausesten unter die Lupe genommen wurde. Ich glaube gerade für die Mädels war es erstmal eine Umstellung, denn die Wohnung ist wirklich sehr klein und besitzt derzeit leider kein fließend Wasser. Außerdem befindet sich das Klo draußen und auch die Dusche sieht anders aus, als sie es von Deutschland gewöhnt sein müssten. Aber nach dem kleinen anfänglichen, nennen wir es „Verwunderungszustand“, haben sie sich echt gut angestellt und ich glaube, es wird nicht lange dauern, bis sie sich in ihrem neuen Zuhause wohl fühlen.

Da ich ja nur eineinhalb gemeinsame Tage mit den Mädels hatte, gab es natürlich ein kleines Entertainment-Programm, weshalb wir direkt am ersten Tag zum Lake Victoria fuhren. Ich glaube alle vier waren sehr begeistert und es hat ihnen wirklich Vorfreude auf das kommende Jahr gemacht. Außerdem konnten sie so schon mal die anderen Deutschen in Kisumu kennenlernen, denn auch sie waren in der tollen Bar am See.

Am Montag fuhren wir direkt schon zur Schule, denn Zeit ist Geld ;-) Sie wurden alle ganz herzlichen von den Lehrern und Lehrerinnen empfangen und haben sich auch wirklich schon Mühe im Umgang mit den Kindern gegeben, obwohl es für sie doch bestimmt etwas ungewohnt war. Aber ein Kinderlachen bewirkt ja doch manchmal Wunder und kann so manche Ängste nehmen.

Da in Kisii dieses Jahr drei Freiwillige arbeiten werden, fuhr ich nachmittags abermals zum Flughafen, um den letzten von ihnen abzuholen. Somit war die Gruppe komplett. Weil sie sich untereinander zum Teil bereits vom Seminar kannten, war die Freude natürlich groß sich wiederzusehen. Mit einiger Verspätung trafen dann auch die Leute aus Kisii ein, die sie abholen sollten, damit die drei auch endlich ihre neue Heimat kennenlernen konnten.

Für mich hieß es dann Abschied nehmen. Ich muss gestehen, dass mir das vor einem Jahr in Deutschland gar nicht so schwer viel. Ich wusste, dass ich euch alle in spätestens einem Jahr wiedersehen würde und wir würden immer über whats app, Facebook, skype oder sonstiges kommunizieren können. Außerdem siegte natürlich die totale Vorfreude auf das, was mich erwarten würde. Aber das Tschüss-Sagen am Montag war etwas anderes. Niemand weiß, ob ich nochmal die Gelegenheit bekomme, die Schule zu besuchen. Ich habe inzwischen einige Mailadressen von meinen Kollegen, sodass wir zumindest hin und wieder schreiben könnten, aber trotzdem ist es etwas anderes. Und viel trauriger ist es natürlich bei den Kindern. Sie verstehen leider nicht so wirklich, dass Freiwillige immer für ein Jahr kommen und dann für, zumindest bisher, immer verschwinden. Ich hab viele von ihnen noch einmal geknuddelt und mich verabschiedet, doch bei den meisten war die Antwort nur „bye, see you tomorrow“. Nein, leider nicht… :-( Aber wahrscheinlich ist es auch besser so. Trotzdem fiel es mir unglaublich schwer, dass Gate zu verlassen und den kleinen süßen Happen, die mir ein Jahr lang wirklich große Freude bereitet haben, den Rücken zu zudrehen. Ich hoffe, dass zumindest einige von ihnen mich nicht vergessen werden. Ich bin ihnen auf jeden Fall unglaublich dankbar, für das schöne Jahr was sie mir bereitet haben und hoffe, dass sie auch die beiden Neuen genauso herzlich aufnehmen werden, wie uns. Kinder sind super, sie nehmen einen so, wie man ist. Egal ob weiß, ob schwarz, ob luo oder englisch sprechend. Sie haben keine Scheu und genießen die Zeit mit uns. Das hat so manch kleinen Enttäuschungen, die wir in diesem Jahr erlebt haben, viel weniger Gewicht zugesprochen.

Nach der Schule haben ich versucht den Anderen noch die wichtigsten Dinge in Kisumu zu zeigen, damit sie in den nächsten Tagen keinerlei Probleme haben werden. Abends traf ich mich mit unserer Gastschwester und wir quatschen noch ein wenig über all das, was wir zusammen erlebt hatten.

Zum Abschluss gab es leckere von Luisa und Miri gebratene Kartoffeln bei romantischem Kerzenschein. Ich habe mich in ihrer Anwesenheit sehr wohl gefühlt und ich bin sehr überzeugt davon, dass sie eine gute Arbeit leisten werden. Es freut mich für die Schule ungemein, dass sie von nun an fähige, motivierte Freiwillige haben, aber natürlich hoffe ich auch, dass Lena und ich dadurch nicht in Vergessenheit geraten.

Heute Morgen wurde ich dann netterweise von drei Kollegen, Ibrahim, Marc und Mercy, zum Flughafen gefahren.


Vielleicht war es ganz gut, dass ich mich vor Ihnen zusammenreiße musste. So war der Abschied von Kisumu auf jeden Fall nicht so tränenreich. ;-) Ich rechne ihnen das hoch an, dass sie extra mitgekommen sind. Immerhin habe ich nun den ersten Abschied hinter mir und ich denke, dass mir das Verlassen Nairobis doch irgendwie leichter fällt. Allerdings ist dies dann der endgültige… Da ich zum Glück von hier aus von Corinna begleitet werde, werden wir zwei mal schauen, was das gute Flugunternehmen uns noch so nettes ausschenken kann, um uns gut genug abzulenken. :-)

Ich werde gleich mal einen weiteren Kaffee bestellen und dem Öffnen meines Gates entgegenfiebern.

Also KWA HERI Kenia und HALLO Deutschland mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

 

Von Nairobi über Dubai nach Düsseldorf!

Im Endeffekt hat es mein Körper geschafft einfach nichts zu realisieren und mich damit wunderbar durch die folgenden 16 Stunden gebracht – keine Tränen und keine sentimentalen Phasen mehr :-D. Sobald Corinna am Flughafen eingetroffen war, mussten wir schnell nochmals unsere Koffer umpacken und alles so deichseln, dass wir nur die erlaubten 30kg aufgeben konnten. Dann gab es noch eine kleine letzte kenianische Stärkung und ab durch das Gate. Als der Beamte den Ausreisestempel auf meinem Pass hämmerte, musste ich doch kurz schlucken. Aber hey, Corinna und ich waren irgendwie viel zu aufgekratzt und damit beschäftigt uns die Erlebnisse der letzten Wochen mitzuteilen. Somit verging die Zeit super schnell und es blieb keine Zeit sentimental zu werden.


Im ersten Flugzeug siegte dann die Müdigkeit und nur zur Mahlzeit waren wir wach. Sehr ähnlich verlief es auch auf der langen Flugstrecke von 6,5 Stunden von Dubai nach Düsseldorf. Naja und kurz vor der Landung sagten wir uns ganz oft, dass wir nun endlich zurück sein, aber realisiert hat es glaube ich keiner von uns. Also einfach lächeln und die Aufgeregtheit beibehalten. Nachdem wir noch einmal die Beißerchen geschruppt und die Koffer eingesammelt hatten, ging es raus in die Menschenmassen. Relativ schnell fanden wir unsere Eltern, und dann war da auf mal noch meine Schwester, und meine liebe Mitbewohnerin, und zwei Mädels von zu Hause und meine Unileute…. :-) Ach was sind das tolle Menschen. Ich hatte echt nicht damit gerechnet und auf mal kommen sie alle direkt nach Düsseldorf. Ich habe mich echt gefreut und es hat mir direkt das Gefühl gegeben, zu Hause zu sein. Es ist wirklich schön zu wissen, dass mich anscheinen Leute vermisst haben, hihi  :-).

Dann ging es ab zu meinen Eltern, wo noch ein toller „Welcome-back-Banner“ auf mich wartete, danke Mädels :-). Nach einem Sektchen und einer leckeren Pizza fiel ich dann irgendwann todmüde ins Bett. Seitdem versuche ich mich wiedereinzuleben. Aber ehrlich gesagt fühlt es sich gerade an, als wäre ich nie weg gewesen. Vielleicht werde ich ja irgendwann doch noch anfangen zu realisieren. Falls nicht, ist es aber auch nicht schlimm. Direkt anzukommen ist ja auch nichts Falsches. Nun freue ich mich alle meine Leute wiederzusehen und viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Ende September geht es dann zum Rückkehrseminar und danach wohne ich endlich wieder in Münster. Und schon ist alles wieder beim Alten.

Ich danke für eure starke Unterstützung und für euer Interesse zu verfolgen, was ich das Jahr lang so getrieben habe!

Asante sana,

Carina

12.9.14 14:15, kommentieren

Und zu guter Letzt: Auf nach Sansibar <3

 (acuh wenn der letzte Eintrag noch nicht lange her ist, hier ist ein neues)

Schon vor einigen Monaten hatten meine Freundin Mone und ich ihren Besuch geplant. Allerdings war das alles gar nicht so einfach. Nachdem das Hin und Her mit dem Zeitraum beseitigt war, musste sie bis kurz vor Schluss warten, bis wir endlich beschließen konnte, wohin unsere Reise gehen sollte. Eigentlich wollte ich ihr nämlich gerne die schöne Küste Kenias zeigen, jedoch würde ich momentan niemandem so wirklich raten dorthin zu fahren. Dann war Uganda im Gespräch aber letztendlich machten wir uns Mitte August dann doch auf den Weg nach Tansania.

Nachdem ich mich hier in Kisumu von den anderen Freiwilligen verabschiedet hatte, denn sie sind in der Zeit in der ich im Urlaub war nach Deutschland geflogen, traf ich Mone bei Corinna und Peter in der Wohnung in Nairobi. Es war wirklich schön sie wiederzusehen, allerdings kam es mir vor, als wäre sie immer dabei gewesen. :-) Ich denke mal, das ist ein gutes Zeichen!?

Nach einem kurzen Aufenthalt in Nairobi machten wir uns über die Grenze auf nach Arusha. Dort blieben wir einige Tage bevor es weiter nach Dar Es Salaam bzw. Sansibar ging. Auf der tansanischen Insel verbrachten wir knapp eine Woche. Es war wirklich eine tolle Zeit. Die kleinen Gassen, die verwinkelten Häuser, die älteren Gebäude und die zum Teil sehr muslimisch geprägten Gegenden verleihen der Insel einen ganz eigenen süßen Charme.


Ich habe mich direkt wohl gefühlt, obwohl es anfangs für uns eher schwieriger war, sich zu orientieren. Wir verbrachten viel Zeit mit shoppen auf den unterschiedlichsten Märkten, fuhren in andere Dörfer, um den Strand zu sehen oder chillten an der Strandpromenade in Stone town. Einen Morgen haben wir einen Ausflug mit dem Boot zur Prison Island gemacht, denn dort leben ganz viele Schildkröten und anschließend waren wir schnorcheln. Jedoch gab es nicht ganz so viel zu sehen, trotzdem fuhren wir glücklich und zufrieden zurück ans Festland.


Auch der Tag in Bwenju bzw. Page war echt toll. Der Strand dort ist atemberaubend. Wir ärgern uns ein bisschen, dass wir uns nur an einem Tag dorthin begeben haben. Das Wetter war aber auch nicht immer soo gut (das gilt immerhin als kleine Ausrede).

 

In Stone town, dort wo wir gewohnt haben, wird abends an der Strandpromenade ein großer Essensmarkt aufgebaut. Dort gibt es jede Menge Fisch, Meeresfrüchte, verschiedene Brote (Kokos, Knoblauch,&hellip, Falafel, gegrillte Bananen, eine Art Döner, Gemüse, Pizzen aller Art,… Man sucht sich dann einen Stand seiner Wahl aus (denn im Prinzip verkaufen alle fast das Gleiche) und lässt sich eine bunte Mischung zusammenstellen, die dann auf dem Grill erhitzt wird. Ich muss zugeben, dass wir wirklich häufig dort waren, obwohl es natürlich Touristenpreise waren, denn einige der Sachen bekam man tagsüber an anderen Ständen für ¼ des Preises. Aber egal, die Atmosphäre war super und außerdem waren wir ja im Urlaub! :-)


Nach ungefähr sechs Tagen fuhren wir mit der Fähre zurück nach Dar Es Salaam. Eigentlich weiß ich nichts davon, dass ich seekrank bin, aber ich muss zugeben, dass ich die ganzen eineinhalb Stunden versucht habe mich möglichst wenig zu bewegen! Wir hatten wirklich krassen Seegang. Aber ein wenig konzentriert auf den Horizont und ich konnte das Ganze ohne ein Malheur überstehen ;-)

Da es in Dar Es Salaam jetzt nicht viel sonderlich Aufregendes zu sehen gibt, fuhren wir einen Tag später auch schon wieder zurück nach Moshi. Leider musste Mone echt die harten Bustouren mitmachen. Wir hatten auch nicht einmal Glück mit den Busunternehmen und mussten immer 2-3h warten bevor sie überhaupt losfuhren und natürlich haben sie in jeden Dörfchen noch Leute eingesammelt, die auch in die Richtung mussten. Tja so kann das gehen. Dann verbringt man halt mal einen ganzen Tag im Bus. So war es auch auf dem Weg nach Moshi, denn die Stadt nahe des Kilimanjaros erreichten wieder leider erst abends gegen neun. Immerhin war unsere Unterkunft gut aber nicht so preiswert. Nach den Strapazen der Fahrt habe ich mir auf der Dachterrasse auf jeden Fall erst mal ein kaltes Bierchen gegönnt. :-)

Eigentlich hatten wir diese Stadt eingeschoben, damit Mone auch mal den Kili sehen konnte. Schade, Pech -  bewölkt :-( Zum Glück hat sie es mit Humor genommen und wir machten uns nach einem Entspannungstag in Arusha wieder auf den Weg zurück zu Corinna nach Nairobi.

In der Stadt erledigten wir die letzten Einkäufe, gönnten uns gutes Essen und bestiegen das Conference Center, um einmal über ganz Nairobi gucken zu können. In Ngong konnte ich mich dann auch von Peter, Corinnas Mitbewohner verabschieden, denn auch dieser musste schon seinen Flug zurück nach Deutschland nehmen.

Auf dem Weg nach Kisumu haben wir einen letzten Zwischenstopp in Naivasha gemacht, denn dort laufen Zebras, Giraffen, Affen, Büffel und Warzenschweine frei herum. Und wir hatten wirklich Glück einige von ihnen sehr nah am Straßenrand sehen zu können, während wir unseren morgendlichen Spaziergang machten. Toller Morgen! :-)


In Kisumu verbrachten wir unsere letzten zweieinhalb gemeinsamen Tage. Mone lernte einige der anderen Freiwilligen kennen, wir bräunten uns am Pool und ich machte eine kleine Stadtführung durch das schöne Kisumu. Leider musste ich Mone am Sonntag zum Flughafen bringen und mich von ihr verabschieden. Aber da ja auch mein Rückflug nicht mehr lange auf sich warten lässt, war es kein Abschied für lange Zeit.

Es waren wirklich schöne drei Wochen mit meiner Grundschulfreundin! Toll das manche Freundschaften wirklich lange halten und egal wie lang man sich nicht gesehen hat, alles noch so ist wie früher! Danke dafür! :-)

Ich glaube jetzt habe wirklich viel von Kenia und seinen Nachbarländern gesehen und ich glaube auch mone hat einen guten Eindruck von den unterschiedlichen Städten bekommen. Sie hat sich wirklich gut geschlagen und viel Geduld gezeigt, denn schließlich war das nicht nur ein reiner Relaxing-Urlaub! ;-)

Allerdings musste ich feststellen, dass ich durch meinen Freiwilligendienst echt empfindlich geworden bin, was Touristen anbelangt. Ich und auch viele der anderen, die ein Jahr in einem der ostafrikanischen Länder gewohnt haben, legen großen Wert darauf sich von dem Touristen-Dasein zu distanzieren, was glaube ich nicht für jeden leicht nachzuvollziehen ist. Auch ich kann gerade keine toll formulierte Erklärung dafür liefern, was es auch nicht gerade vereinfacht.

Wir haben nun ein Jahr in einem fremden Land gelebt und immer wieder versucht eine gewisse Gleichberichtigung zu erkämpfen. Wir wollten angesehen werden, so wie jeder andere Kenianer auch, wir wollten die gleichen Preise bezahlen, die gleichen Verkehrsmittel nutzen und versuchen in den gleichen Verhältnissen zu wohnen. Niemand von uns wollte auf unsere Hauptfarbe reduziert werden und dadurch in manchen Situationen besser behandelt werden. Wir haben ein Jahr versucht zu erklären, dass man als Weißer nicht automatisch einen Haufen an Geld hat und sich somit nicht alles leisten kann, dass man als Weißer selber waschen kann, dass man selber einkaufen gehen kann,

 dass man nicht immer gefahren werden muss, dass man sein Gemüse selber schneidet und kocht und und und. Und natürlich haben wir uns dabei versucht von den Touristen zu distanzieren. Denn wir wollten nicht jemand sein, der hier her kommt, im Urlaub nicht so auf das Geld achtet und es daher leichter aus den Händen gibt, in einer netten Unterkunft wohnt, gerne etwas mehr bezahlt um dann ein Taxi zu nehmen, und der häufig das Männchen im Hinterkopf sitzen hat: „Ach komm, du kannst es dir doch leisten und der Verkäufer freut sich darüber, wenn er heute etwas mehr bekommt.“.

Tja und ich glaube das ist der Kern des Problems. Aber ich muss sagen, Mone war mir da sehr tolerant gegenüber. Schließlich hatte sie ja schon recht damit, dass ich auf Sansibar auch einfach einer von vielen Touristen war, obwohl ich das nicht so wirklich wahr haben wollte.

Auch habe ich in diesem Jahr meine Ansichten über Kultur, Glauben, Verhalten etc.  ein bisschen verändert bzw. überhaupt erst versucht zu definieren. Ich bin gespannt, ob ich zuhause wieder eine neue Veränderung durchmache, oder ob sie bestehen bleiben und ob das nicht hin und wieder zu kleinen Diskussionen führt. ;-) Also lass ich mich mal überraschen.

Aber keine Panik, das soll jetzt nicht heißen, dass ich mich groß verändert hätte. Ich bin immer noch dieselbe und freue mich inzwischen tierisch darauf in den Flieger zu steigen und in meiner Heimat zu landen!

Ich bin sehr froh die letzte Woche nach unserem Urlaub in Kenia noch für mich zu haben. Denn so kann ich alles noch organsierein, die letzten Sachen an der Schule regeln, in Ruhe meinen Kram zusammenpacken und die Tage in Kisumu genießen.

Dank meines Mitfreiwilligen Gidi war ich letzten Sonntag auch nochmal wandern bzw. klettern. Der Berg allein war nicht genug. Wir haben auch noch die letzten Felsbrocken auf der Bergspitze bestiegen! Es war echt ein anstrengender aber witziger Sonntag. Ich bin froh, dass ich mitgegangen bin.

Am Montag ging es dann noch in den Tierpark von Kisumu und seit Dienstag besuche ich wieder die Schule. Bisher sind noch nicht viele Kids zurück, aber es wird von Tag zu Tag mehr. Also komme ich immer im Laufe des Vormittags, nähe ein wenig, räume auf, spiele mit den Kindern, quatsche ein wenig mit den Lehrern und mache mich wieder auf den Weg nach Hause, um hier alles zu sortieren, packen und aufzuräumen.

Am Wochenende werde ich nochmal meine liebsten Plätze in Kisumu aufsuchen und unseren Gastvater besuchen und am Sonntagabend kommen die Nachfolger. Ich bin sehr gespannt.

Ja und Dienstagmorgen heißt es: Duschen, packen und tschüss geliebtes Kenia! :-(

Leute, ik freu mich auf euch!

Bye, see you soon!

4.9.14 18:29, kommentieren