Danke!

Am Dienstag, der 05.08.14., war leider unser letzter offizieller Arbeitstag. Schon morgens in der assembly machte unsere Schulleiterin eine Ansprache und erklärte den Kindern, dass nun das Ende unseres Freiwilligendienstes erreicht ist und wir bald wieder zurück nach Deutschland fliegen werden. Ich weiß nicht, ob es wirklich alle von ihnen verstanden haben, auf jeden Fall haben sie gespürt, dass die Zeit des Abschied Nehmens näher rückt. Es wurde noch einmal kräftig für uns geklatscht und gesungen. Innerhalb der ersten Schulstunden sind wir dann von Klasse zu Klasse gegangen und haben den Lehrern unsere kleinen Abschiedsgeschenke für die Kinder gegeben. Allerdings war dies nicht so einfach, weil viele von ihnen noch in einem Meeting waren. Außerdem organisierten wir eine Menge Obst, sodass es eine Wanne voller Obstsalat gab. Die Kids haben sich voll gefreut, als jeder beim Mittagessen eine Tasse mit unterschiedlichen Früchten bekommen hat. Da machte sich die lange Schnibbelei in der Küche doch direkt wieder bezahlt! :-) Damit waren unsere Aufgaben für den Tag auch eigentlich erledigt. Also hat sich das vorab gegründete Komitee an die Arbeit begeben. Sie haben für uns die Essenshalle sehr schön hergerichtet und für alle Lehrerinnen und Lehrer ein besonderes Mittagessen vorbereitet. Lena und ich wurden in die Mitte zwischen Vorsitzenden und Schulleiterin gesetzt und dann konnte unsere Verabschiedung beginnen. Während alle das leckere Chapati verspeisten, hielten die Personen, mit denen wir am meisten zusammen gearbeitet haben, eine kleine Rede. Es fielen viele schöne, guttuende Worte und es war sehr angenehm, dass sich nicht alle Ansprachen darauf bezogen, was wir alles Schönes mit dem Geld errichtet haben, sondern dass in vielen auch wirklich unser Engagement oder unser Umgang mit den Kindern hervorgehoben wurde. Es tat sehr gut so etwas zu hören und wir beide waren sehr gerührt. Da wir von nun an endlich keine Abendschichten mehr schieben mussten, ging es an diesem Abend mal früh ins Bett und wir konnten ausgeschlafen in den sogenannten „Collecting-Day“ starten. Die Kinder wurden nämlich am Mittwoch von ihren Eltern abgeholt. Also hieß es für Lena endgültig Abschied Nehmen, denn für sie war der Mittwoch der letzte Tag an der Schule. Sie ist nämlich schon am 21.08. zurück nach Deutschland geflogen. Unsere letzten gemeinsamen Tage in Kisumu, bevor ich mich auf meine Reise mit Simone begeben würde, verbrachten wir natürlich nur mit schönen Dingen. :-) Es gab leckeres Essen, einen Besuch im Schwimmbad, ein bisschen Feierei, viel Sonne,… Schließlich packte ich meine sieben Sachen und machte mich den darauffolgenden Sonntag auf nach Nairobi um meine Freundin dort zu treffen. Ich habe mich wirklich sehr gefreut sie zu sehen. Ab dann hieß es drei Wochen verdienten Urlaub machen! :-)

1.9.14 22:07, kommentieren

Neue Wohnung – Neues Glück

Die letzten Arbeitstage sind nun fast vorüber. Die T-Shirts sind bedruckt und gebügelt, die Abschiedskarten sind geschrieben und die Tütchen gepackt – Das fühlt sich komisch an! Morgen ist der letzte offizielle Schultag, denn Mittwoch ist der sogenannte „Collecting-Day“. Aus diesem Grund soll es morgen eine kleine Verabschiedung geben. Ich bin sehr gespannt, habe aber auch große Angst vor diesem Moment. Ich werde zwar am Mittwoch noch da sein und auch wahrscheinlich Anfang September hin und wieder mal kurz vorbeischauen, aber uns wurde angekündigt, dass wir ab morgen Mittag nur noch Gäste sind und nicht mehr arbeiten brauchen. Damit ist mein Freiwilligendienst an der Lutheran Church Special School wohl vorüber! Das Jahr verging unfassbar schnell, aber die Kinder sind mir in dieser Zeit unglaublich ans Herz gewachsen. Ich hoffe, dass wir die Zeit haben, den Schülerinnen und Schülern auf Wiedersehen zu sagen, bevor sie von ihren Eltern mitgenommen werden. Bei einigen von ihnen wird mir das unglaublich schwer fallen. Aber das Gute ist, dass meine Monate in Kisumu noch nicht abgelaufen sind. Also morgen erst einmal nur ein Abschied von mehreren. 

Um das auch etwas glaubhafter zu machen, dass wir in letzter Zeit viel gearbeitet haben: Ja, wir waren auch die zwei letzten Wochenenden einen Tag an der Schule. ;-) Da wir methodisch höchst durchdacht sind, haben wir Ende Juli eine Afrika-Karte bestehend aus Handabdrücken gebastelt. Wir waren sehr überrascht, wie gut das geklappt hat. Nun hängt dieses kleine Kunstwerk in dem Essensraum.

  

Das Drucken auf Papier galt also eigentlich nur als Generalprobe für die T-Shirts. Wir haben für die Kinder blaue Oberteile bestellt, auf welchen vorne das Schullogo drauf gedruckt ist. Hintern haben wir nun mit Schablonen den Name geschrieben und seit heute sind auch fast alle Handabdrücke drauf.


Allerdings fehlen bereits ein paar Kinder, aber das lässt sich leider nicht ändern. Morgen werden wir die T-Shirts verteilen und am Mittwoch gehen sie dann als offizieller Teil der Schulkleidung mit zu den Eltern nach Hause. Das bedeutet dann automatisch, dass sie jeder Schüler auch wieder mitbringen muss.

Darüber hinaus gibt es eine Abschiedskarte für jeden, die ein Bild und einen Spruch enthält. Das Ganze war echt viel Arbeit, aber wir hoffen, dass es sich lohnen wird. Auf Fotos gehen sie hier nämlich immer steil, weil es ja leider nicht so üblich ist.

Ja und zu allem Überfluss sind wir letzten Montag endlich in die neue Wohnung gezogen. Da wir das Wochenende zuvor alles entrümpelt und das Brauchbare fleißig eingepackt haben, lief es am eigentlichen Umzugstag relativ ruhig ab. Wir hatten einen Pick-up bestellt, der nach zweimaligem Fahren all unsere Sachen rüber gebracht hatte.


Da die neue Wohnung nur zwei Schlafzimmer aber kein Wohnzimmer besitzt mussten wir ein wenig länger überlegen, wie all unsere Sachen dort reinpassen. :-) Es ist zwar etwas enger aber inzwischen sind all unsere Sachen verstaut und wir sind auch recht gemütlich eingerichtet. Da Lena und ich uns für die letzte Zeit eine Matratze teilen, haben wir tatsächlich etwas Platz in unserem Zimmer – Ein unglaublich gutes Gefühl! Da unser Zimmer etwas größer ist wird es leider auch hin und wieder als Wohnzimmer benutzt. Nicht so cool, aber geht für die letzten Tage. Unsere Nachfolger können sich das dann ganz frei überlegen, wie sie das handhaben wollen. Auf jeden Fall hoffe ich, dass sie den Luxus eines eigenen geräumigen Zimmers zu schätzen wissen! :-D

Die Lage der neuen Wohnung ist wirklich gut. Sie liegt sehr zentral und ist nahe an der Schule. Aber es ist halt ein ganz anderes Viertel als das „Weißenviertel“, indem wir vorher wohnten. Momentan haben wir noch kein Licht in Dusche oder Bad und leider auch kein fließend Wasser. Aber um alles soll sich gekümmert werden. Und da wir ja inzwischen an einiges gewöhnt sind, ist der Zustand zwar manchmal nervig, stellt aber keinerlei Problem dar. Wir haben eine Nummer von einem Wassermann, der gefühlt jeder Zeit vorbeikommen kann und uns mit neuem sauberem Wasser beliefert. Also es hört sich schwerer an, als es ist. Mir gefällt es hier! Ich werden meine letzten Tage nach der Reise hier noch sehr gerne verbringen und auf die Nachfolger warten.

Momentan gibt es schon die erste „Übernahme“. Markus Nachfolger ist mittlerweile in Kisumu angekommen und die von zwei anderen lassen auch nicht mehr lange auf sich warten. Es ist echt ein komisches Gefühl, dass unsere Zeit abgelaufen ist und nun unsere Arbeit von anderen übernommen wird. Aber ich hoffe, dass sie sich alle gut anstellen und ihre Zeit (wie wir) genießen können. Falls es keine Flugumbuchungen mehr gibt, sieht es auch fast so aus, als würde ich die beiden Neuen der Lutheran noch hier in Kisumu treffen. Ich freu mich schon sehr drauf.

Aber erst mal heißt es dann jetzt morgen offiziell für Lena und mich Abschied nehmen. Ich werde berichten, was so los war.

Ich melde mich in den nächsten Tagen wieder!

Carina

4.8.14 22:43, kommentieren