Wechselbad der Gefühle

Oh man, das hört sich an wie ein alter Schlager (vielleicht ist es auch einer) oder zumindest wie ein Teenie-Roman :-). Naja, aber ich glaube, dass diese Aussage am besten die letzten Tage beschreibt.

Also wie bereits berichtet waren wir ja vorletztes Wochenende in Nairobi. Von dort aus hatten wir unseren Makler angerufen, um mit ihm einen Termin für den darauffolgenden Freitag zu vereinbaren, um den Vertrag und die letzten Einzelheiten für unsere (zu dem Zeitpunkt gedachte) neue Wohnung zu besprechen. Allerdings sollte natürlich alles anders kommen.

Die Woche nach Nairobi war eigentlich relativ unspektakulär. Wir haben gearbeitet und abends nicht sonderlich viel unternommen. Aber wir haben auf Freitag hin gefiebert. Also waren wir den letzten Arbeitstag der Woche überpünktlich (oh man, wir erfüllen voll das deutsche Klischee) beim Makler und wollten alles „dingfest“ machen. Irgendwie war er allerdings nicht so auf unseren Besuch vorbereitet und hat daher einen neuen Termin für Montag mit uns vereinbart, wo dann auch der Landlord anwesend sein und wir nochmal einen Blick in die Wohnung werfen sollten. Klang ja eigentlich alles ganz gut. Daher haben wir auch abends schon auf unsere neue Wohnung angestoßen.

Ansonsten war das Wochenende sehr entspannt. Wir haben endlich mal Chapati gemacht und Kisumu etwas weiter erkundet. Da am Sonntag nämlich ein Feiertag war und die Kenianer sich einen freien Tag nicht nehmen lassen, wurde die „Feier“ einfach mal auf den Montag verschoben, sodass auch alles was davon haben :-). Also hatten wir am Wochenende mehr Zeit um in die Stadt zu fahren und umher zu laufen. Wir waren nochmal am See, haben uns den Bahnhof und den Hafen angeguckt und haben glaube ich inzwischen einen besseren Überblick über die ganze Stadt. Das ist nämlich ohne Karte, Straßenschilder und „Richtungsweiser“ gar nicht so einfach. Außerdem waren wir in der Kirche, was auch mal eine ganz nette Erfahrung war. Hier gibt es nämlich nicht so einen strengen Ablauf wie bei uns, hier wird viel mehr gesungen, getanzt und gelacht und keiner muss total leise sein und ja nichts Auffälliges tun.

Allerdings ist an diesem Wochenende auch die Großmutter unsere Gastfamilie verstorben. Das war echt ein ganz anderes Gefühl für uns. Denn kurz darauf werden alle Verwandten informiert und finden sich an dem Haus der Verstorbenen zusammen. Hier ist es eine Art „Ritual“, dass alle ganz laut weinen/schreien. Und ich muss ehrlich gestehen, das ist für uns im Dunkel schon ein mulmiges Gefühl. Kommendes Wochenende ist die Beerdigung. Auch die soll völlig anders sein, im Vergleich zu unseren. Mal sehen wie wir das so aufnehmen. Für unsere Gastfamilie tut mir das ganze allerdings sehr leid. Ich bin mir auch nicht so schlüssig, wie ich mich ihnen gegenüber verhalten soll…

Naja, wie gesagt, also ein Wechsel der Gefühle, denn am Montag ging es dann mal wieder überpünktlich zum Makler. Allerdings sprach der auf einmal von einer Renovierung. Wie bitte? Welche Wohnung soll denn auf mal renoviert werden? Weil wir nicht so ganz verstanden haben, was er meint sind wir mit ihm zum Haus gedackelt. Dort hat er auf unsere liebe Wohnung gezeigt und meinte, dass die erst renoviert werden soll, bevor wir einziehen können, wir aber übergangsweise in einer in dem nebenstehenden Haus wohnen können, welche bei unserem vorherigen Besuch noch renoviert wurde. Wie lange all diese Arbeiten dauern sollen und wann wir rein können, konnte er uns allerdings nicht sagen, dafür sollte ja auch zu unserem Termin der „landlord“, also der Besitzer kommen. Der war aber seltsamer Weise nicht da und auch nicht erreichbar. Von dem Typen mit dem Schlüssel war auch mal wieder nichts zu sehen. Naja, dann waren wir echt alle ziemlich angenervt und haben ihn schon recht gut angepampt. Daraufhin wollte er uns noch ne andere tolle Wohnung zeigen, für die er auch verantwortlich ist (unsere Wohnung betreut er nämlich nur vorübergehend, da sein Freund dafür momentan keine Zeit hat). Also hin zu der anderen Unterkunft. Dort haben wir nur den Eingang betreten und uns direkt dagegen entschieden –alt, siffig, dreckig und alles andere als sicher-. Zum Glück war inzwischen unser Gastvater dazu gestoßen und konnte bei unserem Makler etwas Eindruck schinden, da er aufgrund seiner Parlamentszeit in Kisumu bekannt ist wie ein bunter Hund. Niedergeschlagen hat er uns dann mit nach Hause genommen und zwischendurch Stopp gemacht, um uns auf nen Soda einzuladen. Danach waren wir echt alle nicht der besten Stimmung. Aber das sollte sich schon bald ändern;-)

Unser Gastvater hatte mit dem Makler gesprochen und von ihm den Namen des Besitzers erfahren. Daher wollte er den nächsten Tag zu ihm fahren und mit ihm reden. Abends erzählte er uns allerdings, dass dieser Mann, bei dem er war nicht für unser Haus verantwortlich sei. Es gäbe einen zweiten mit demselben Namen. Na klasse. Inzwischen wirkte uns das Ganze alles andere als seriös und auch unser Gastvater schien nicht so überzeugt von dem Herrn zu sein. Aus diesem Grund hat er dann netterweise am Mittwochabend einen seiner Verwandten von unserer Wohnungssuche berichtet. Naja und dann ging‘s ab. Er hat uns versprochen, er findet eine. Das hat er tatsächlich auch geschafft. Am Donnerstag pünktlich zum Feierabend gab es einen Anruf von ihm wir sollten uns schnellstmöglich die Wohnung angucken. Gesagt – getan. Sie ist klein aber fein und in einem wirklich sicheren Viertel. Allerdings hat sie leider nur zwei Schlafzimmer, das heißt, dass wir uns weiterhin die Räume teilen müssen. Da wir aber alle so gerne Nähe Richtung Stadt wollen, ist uns das egal. Naja, da gab es ein kleines Gespräch über Einzelheiten und die Vereinbarung uns Freitag früh zu treffen, um einen Vertrag zu unterzeichnen. Naja und tada, eigentlich müssten wir gleich umziehen. Solang die Leute kommen, die uns helfen wollten :-) :-) :-) Juhuuuuuu…

Jetzt hoffe ich nur, dass alles glatt geht und wir keine Schwierigkeiten mit unserer Gastfamilie oder unserer Organisation bekommen. Die aber eigentlich alle darüber informiert sind dürfte es problemlos klappen. Aber irgendwie haben ich auch das Gefühl, dass wir in unserer Familie manchmal Dinge falsch machen, also in deren Augen, ich leider aber nicht genau sagen kann was und warum. Daher ist es vielleicht auch echt besser wenn wir ausziehen. Wir versuchen hier aber alles zu klären, um mit einem guten Gefühl unsere erste Unterkunft zu verlassen, wo sich echt gut (manchmal zu gut ;-) ) um uns gesorgt wurde.

Allerdings gibt es zwischen diesem ganze Trudel auch eine unerfreuliche Nachricht. Am Dienstag nach dem langen Wochenende wurde uns nämlich die traurige Nachricht vermittelt, dass in der Nacht zum Feiertag eine unserer Schülerinnen an einem epileptischen  Anfall verstorben ist. Am Freitag war dann die Verabschiedung, d.h. die Familie und die Verstorbene sind zu uns an die Schule gekommen und es gab einen kleinen Gottesdienst. Anschließend folgte die Beerdigung, bei der aber nur ein Teil der Lehrer anwesend war.

Das Ganze war kurz nachdem wir die die Zusage für unser Hause hatte und daher auch echt komisch wahrzunehmen. Alles ein hin und her…

Naja aber jetzt freue ich mich auf die neue Wohnung, ich hoffe, dass wir hier im Guten gehen und wir jederzeit wiederkommen können. Wir sind echt dankbar, dass uns die Familie am Anfang so gut aufgenommen hat.

Ich freue mich schon darauf, die Wohnung einzurichten und hoffe, wir finden all unser Möbel wieder, die in zwei Häusern in Kisumu verteilt sind. ;-)

Also macht es gut, auf bald.

 

PS: Inzwischen sind wir umgezogen und habe auch mit unserer Gastfamilie alles klären können. Bisher haben wir noch nicht so viele Gegenstände in der neuen Wohnung, aber das wird sich im Laufe der Woche ändern;-) Alles tutti-frutti

               

27.10.13 11:59

Letzte Einträge: TAAAADAAAA!, Der Countdown läuft!, Neue Wohnung – Neues Glück, Danke!, Und zu guter Letzt: Auf nach Sansibar

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