Und zu guter Letzt: Auf nach Sansibar <3

 (acuh wenn der letzte Eintrag noch nicht lange her ist, hier ist ein neues)

Schon vor einigen Monaten hatten meine Freundin Mone und ich ihren Besuch geplant. Allerdings war das alles gar nicht so einfach. Nachdem das Hin und Her mit dem Zeitraum beseitigt war, musste sie bis kurz vor Schluss warten, bis wir endlich beschließen konnte, wohin unsere Reise gehen sollte. Eigentlich wollte ich ihr nämlich gerne die schöne Küste Kenias zeigen, jedoch würde ich momentan niemandem so wirklich raten dorthin zu fahren. Dann war Uganda im Gespräch aber letztendlich machten wir uns Mitte August dann doch auf den Weg nach Tansania.

Nachdem ich mich hier in Kisumu von den anderen Freiwilligen verabschiedet hatte, denn sie sind in der Zeit in der ich im Urlaub war nach Deutschland geflogen, traf ich Mone bei Corinna und Peter in der Wohnung in Nairobi. Es war wirklich schön sie wiederzusehen, allerdings kam es mir vor, als wäre sie immer dabei gewesen. :-) Ich denke mal, das ist ein gutes Zeichen!?

Nach einem kurzen Aufenthalt in Nairobi machten wir uns über die Grenze auf nach Arusha. Dort blieben wir einige Tage bevor es weiter nach Dar Es Salaam bzw. Sansibar ging. Auf der tansanischen Insel verbrachten wir knapp eine Woche. Es war wirklich eine tolle Zeit. Die kleinen Gassen, die verwinkelten Häuser, die älteren Gebäude und die zum Teil sehr muslimisch geprägten Gegenden verleihen der Insel einen ganz eigenen süßen Charme.


Ich habe mich direkt wohl gefühlt, obwohl es anfangs für uns eher schwieriger war, sich zu orientieren. Wir verbrachten viel Zeit mit shoppen auf den unterschiedlichsten Märkten, fuhren in andere Dörfer, um den Strand zu sehen oder chillten an der Strandpromenade in Stone town. Einen Morgen haben wir einen Ausflug mit dem Boot zur Prison Island gemacht, denn dort leben ganz viele Schildkröten und anschließend waren wir schnorcheln. Jedoch gab es nicht ganz so viel zu sehen, trotzdem fuhren wir glücklich und zufrieden zurück ans Festland.


Auch der Tag in Bwenju bzw. Page war echt toll. Der Strand dort ist atemberaubend. Wir ärgern uns ein bisschen, dass wir uns nur an einem Tag dorthin begeben haben. Das Wetter war aber auch nicht immer soo gut (das gilt immerhin als kleine Ausrede).

 

In Stone town, dort wo wir gewohnt haben, wird abends an der Strandpromenade ein großer Essensmarkt aufgebaut. Dort gibt es jede Menge Fisch, Meeresfrüchte, verschiedene Brote (Kokos, Knoblauch,&hellip, Falafel, gegrillte Bananen, eine Art Döner, Gemüse, Pizzen aller Art,… Man sucht sich dann einen Stand seiner Wahl aus (denn im Prinzip verkaufen alle fast das Gleiche) und lässt sich eine bunte Mischung zusammenstellen, die dann auf dem Grill erhitzt wird. Ich muss zugeben, dass wir wirklich häufig dort waren, obwohl es natürlich Touristenpreise waren, denn einige der Sachen bekam man tagsüber an anderen Ständen für ¼ des Preises. Aber egal, die Atmosphäre war super und außerdem waren wir ja im Urlaub! :-)


Nach ungefähr sechs Tagen fuhren wir mit der Fähre zurück nach Dar Es Salaam. Eigentlich weiß ich nichts davon, dass ich seekrank bin, aber ich muss zugeben, dass ich die ganzen eineinhalb Stunden versucht habe mich möglichst wenig zu bewegen! Wir hatten wirklich krassen Seegang. Aber ein wenig konzentriert auf den Horizont und ich konnte das Ganze ohne ein Malheur überstehen ;-)

Da es in Dar Es Salaam jetzt nicht viel sonderlich Aufregendes zu sehen gibt, fuhren wir einen Tag später auch schon wieder zurück nach Moshi. Leider musste Mone echt die harten Bustouren mitmachen. Wir hatten auch nicht einmal Glück mit den Busunternehmen und mussten immer 2-3h warten bevor sie überhaupt losfuhren und natürlich haben sie in jeden Dörfchen noch Leute eingesammelt, die auch in die Richtung mussten. Tja so kann das gehen. Dann verbringt man halt mal einen ganzen Tag im Bus. So war es auch auf dem Weg nach Moshi, denn die Stadt nahe des Kilimanjaros erreichten wieder leider erst abends gegen neun. Immerhin war unsere Unterkunft gut aber nicht so preiswert. Nach den Strapazen der Fahrt habe ich mir auf der Dachterrasse auf jeden Fall erst mal ein kaltes Bierchen gegönnt. :-)

Eigentlich hatten wir diese Stadt eingeschoben, damit Mone auch mal den Kili sehen konnte. Schade, Pech -  bewölkt :-( Zum Glück hat sie es mit Humor genommen und wir machten uns nach einem Entspannungstag in Arusha wieder auf den Weg zurück zu Corinna nach Nairobi.

In der Stadt erledigten wir die letzten Einkäufe, gönnten uns gutes Essen und bestiegen das Conference Center, um einmal über ganz Nairobi gucken zu können. In Ngong konnte ich mich dann auch von Peter, Corinnas Mitbewohner verabschieden, denn auch dieser musste schon seinen Flug zurück nach Deutschland nehmen.

Auf dem Weg nach Kisumu haben wir einen letzten Zwischenstopp in Naivasha gemacht, denn dort laufen Zebras, Giraffen, Affen, Büffel und Warzenschweine frei herum. Und wir hatten wirklich Glück einige von ihnen sehr nah am Straßenrand sehen zu können, während wir unseren morgendlichen Spaziergang machten. Toller Morgen! :-)


In Kisumu verbrachten wir unsere letzten zweieinhalb gemeinsamen Tage. Mone lernte einige der anderen Freiwilligen kennen, wir bräunten uns am Pool und ich machte eine kleine Stadtführung durch das schöne Kisumu. Leider musste ich Mone am Sonntag zum Flughafen bringen und mich von ihr verabschieden. Aber da ja auch mein Rückflug nicht mehr lange auf sich warten lässt, war es kein Abschied für lange Zeit.

Es waren wirklich schöne drei Wochen mit meiner Grundschulfreundin! Toll das manche Freundschaften wirklich lange halten und egal wie lang man sich nicht gesehen hat, alles noch so ist wie früher! Danke dafür! :-)

Ich glaube jetzt habe wirklich viel von Kenia und seinen Nachbarländern gesehen und ich glaube auch mone hat einen guten Eindruck von den unterschiedlichen Städten bekommen. Sie hat sich wirklich gut geschlagen und viel Geduld gezeigt, denn schließlich war das nicht nur ein reiner Relaxing-Urlaub! ;-)

Allerdings musste ich feststellen, dass ich durch meinen Freiwilligendienst echt empfindlich geworden bin, was Touristen anbelangt. Ich und auch viele der anderen, die ein Jahr in einem der ostafrikanischen Länder gewohnt haben, legen großen Wert darauf sich von dem Touristen-Dasein zu distanzieren, was glaube ich nicht für jeden leicht nachzuvollziehen ist. Auch ich kann gerade keine toll formulierte Erklärung dafür liefern, was es auch nicht gerade vereinfacht.

Wir haben nun ein Jahr in einem fremden Land gelebt und immer wieder versucht eine gewisse Gleichberichtigung zu erkämpfen. Wir wollten angesehen werden, so wie jeder andere Kenianer auch, wir wollten die gleichen Preise bezahlen, die gleichen Verkehrsmittel nutzen und versuchen in den gleichen Verhältnissen zu wohnen. Niemand von uns wollte auf unsere Hauptfarbe reduziert werden und dadurch in manchen Situationen besser behandelt werden. Wir haben ein Jahr versucht zu erklären, dass man als Weißer nicht automatisch einen Haufen an Geld hat und sich somit nicht alles leisten kann, dass man als Weißer selber waschen kann, dass man selber einkaufen gehen kann,

 dass man nicht immer gefahren werden muss, dass man sein Gemüse selber schneidet und kocht und und und. Und natürlich haben wir uns dabei versucht von den Touristen zu distanzieren. Denn wir wollten nicht jemand sein, der hier her kommt, im Urlaub nicht so auf das Geld achtet und es daher leichter aus den Händen gibt, in einer netten Unterkunft wohnt, gerne etwas mehr bezahlt um dann ein Taxi zu nehmen, und der häufig das Männchen im Hinterkopf sitzen hat: „Ach komm, du kannst es dir doch leisten und der Verkäufer freut sich darüber, wenn er heute etwas mehr bekommt.“.

Tja und ich glaube das ist der Kern des Problems. Aber ich muss sagen, Mone war mir da sehr tolerant gegenüber. Schließlich hatte sie ja schon recht damit, dass ich auf Sansibar auch einfach einer von vielen Touristen war, obwohl ich das nicht so wirklich wahr haben wollte.

Auch habe ich in diesem Jahr meine Ansichten über Kultur, Glauben, Verhalten etc.  ein bisschen verändert bzw. überhaupt erst versucht zu definieren. Ich bin gespannt, ob ich zuhause wieder eine neue Veränderung durchmache, oder ob sie bestehen bleiben und ob das nicht hin und wieder zu kleinen Diskussionen führt. ;-) Also lass ich mich mal überraschen.

Aber keine Panik, das soll jetzt nicht heißen, dass ich mich groß verändert hätte. Ich bin immer noch dieselbe und freue mich inzwischen tierisch darauf in den Flieger zu steigen und in meiner Heimat zu landen!

Ich bin sehr froh die letzte Woche nach unserem Urlaub in Kenia noch für mich zu haben. Denn so kann ich alles noch organsierein, die letzten Sachen an der Schule regeln, in Ruhe meinen Kram zusammenpacken und die Tage in Kisumu genießen.

Dank meines Mitfreiwilligen Gidi war ich letzten Sonntag auch nochmal wandern bzw. klettern. Der Berg allein war nicht genug. Wir haben auch noch die letzten Felsbrocken auf der Bergspitze bestiegen! Es war echt ein anstrengender aber witziger Sonntag. Ich bin froh, dass ich mitgegangen bin.

Am Montag ging es dann noch in den Tierpark von Kisumu und seit Dienstag besuche ich wieder die Schule. Bisher sind noch nicht viele Kids zurück, aber es wird von Tag zu Tag mehr. Also komme ich immer im Laufe des Vormittags, nähe ein wenig, räume auf, spiele mit den Kindern, quatsche ein wenig mit den Lehrern und mache mich wieder auf den Weg nach Hause, um hier alles zu sortieren, packen und aufzuräumen.

Am Wochenende werde ich nochmal meine liebsten Plätze in Kisumu aufsuchen und unseren Gastvater besuchen und am Sonntagabend kommen die Nachfolger. Ich bin sehr gespannt.

Ja und Dienstagmorgen heißt es: Duschen, packen und tschüss geliebtes Kenia! :-(

Leute, ik freu mich auf euch!

Bye, see you soon!

4.9.14 18:29

Letzte Einträge: TAAAADAAAA!, Der Countdown läuft!, Neue Wohnung – Neues Glück, Danke!

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