Nach Beginn des zweiten Terms starten Lena und ich nun einige unserer Projektideen in die Tat umzusetzen. Allerdings ist es nicht immer ganz so einfach, da es viele Absprachen, viele Termine und vor allem viel Geduld erfordert. Viele Dinge passieren hier jetzt nicht einfach direkt, sondern es entsteht eher ein Entwicklungsprozess, indem man sich ganz langsam seinem Ziel annähert. Dinge werden erst für gut geheißen und dann für eine Weile wieder vergessen, bis wir wieder daran erinnern. Und das kann in manchen Punkten sehr mühsam sein. Aber wir werden versuchen, die Projekte, die für uns den höchsten Stellenwert haben, zu verwirklichen.

Hierfür danke ich besonders den „Grashoppers“, die mich mit ihren Einnahmen auf dem Beelener Weihnachtsmärkten 2012 und 2013 unterstützen. Darüber hinaus danke ich natürlich auch der „evangelischen Kirchengemeinde Kirchlengern“, die uns dank Lenas Engagement auch finanziell unterstützen.

Dieser Rückhalt in Form von Spenden vereinfacht uns vieles und gibt uns neue Möglichkeiten.

Ein großes Dankeschön.

 

MANDAZI-PROJEKT

Diese Projektidee haben wir von unseren Vorgängern Emmily und Elisabeth übernommen. Sie haben sich darum gekümmert, dass alle Schülerinnen und Schüler in der Teepause von 10:30-11:00 Uhr eine Kleinigkeit zu essen bekommen, da das eigentliche Frühstück schon eine ganze Weile her ist und viele Kinder bereits wieder Hunger haben. Daher backten sie eine Menge Mandazis, von denen jeder Schüler eins umsonst bekommen hat und der Rest konnte käuflich erworben werden.

Als wir in unserer Schule ankamen wurde das Projekt aufgrund fehlender Unterstützung durch Spenden etwas „herabgestuft“. Es gab nur noch Mandazis für die Kinder, die Geld von ihren Eltern bekommen hatte. Das machte uns sehr traurig, da eigentlich jeden Tag alle Schülerinnen und Schüler auf etwas zu essen hofften.

Aus diesem Grund sind wir außerordentlich froh, dass wir seit Ende letzter Woche nun fleißig, kneten, ausrollen und backen können und somit in der Frühstückspause viele fröhliche Kids um uns herum haben. Dank der Unterstützung einer Lehrerin, machen wir nun zusammen mit einer weiteren Praktikantin jeden Morgen Mandazis. Dies geschieht in einer der Workshopklassen, sodass uns auch einige der Schülerinnen als fleißige Helferinnen zur Seite stehen können.

Wir sind jeden Morgen mit viel Freude dabei und hoffen, dass wir dieses Projekt bis zum Ende unseres Dienstes durchführen können.

Lena kümmerst sich mit Pauline und Vivian um den Teig. 

 

Pauline kann eigentlich besser als wir die kleinen Teigstücke in das Öl gleiten lassen.

 

 

Tja nun werden sie lecker braun gebraten, und zwar von wem...

... na diese Mal von mir :-)

Allerdings muss ich doch noch einmal den Glockebericht aufgreifen, der um die Weihnachtszeit in der lokalen Zeitung veröffentlicht wurde. Bei den Mandazis handelt es sich eigentlich um eine kleines Extra, was den Kindern den Tag versüßt und manchmal auch vereinfacht, da es sich mit einem gefüllten Magen doch besser lernen lässt (schließlich freut man sich in Deutschland in der Frühstückspause ja auch über eine Scheibe Brot, obwohl sie nicht unbedingt nötig wäre).

Man sollte allerdings nicht behaupten, dass es in Kenia an allen Ecken und Enden fällt. Eine Pauschalisierung ist in den wenigsten Fällen möglich. Es gibt Eltern, die sich das Geld für Mandazis leisten können. Anderen steht es aber vielleicht nicht so einfach zur Verfügung oder sie halten es nicht für nötig. (In Kenia herrscht nämlich momentan eine hohe Arbeitslosigkeit und außerdem gibt es hier keine staatliche finanzielle Absicherung für solche Fälle.)

Jedoch ist wichtig sich vor Augen zu führen, dass hier umgerechnet 5 Cent eine ganz andere Bedeutung haben, als bei uns. Bei unserem Durchschnittsgehalt hat dieses Kleingeld keinen hohen Wert und wahrscheinlich können sich viele nicht vorstellen, dass man dies nicht übrig haben kann. Jedoch verdient ein Lehrer hier zum Beispiel im Monat ca. nur 100€ (es gibt natürlich auch welche die mehr oder weniger verdienen).Wenn man sich dann vorstellt, dass dieser seine Familie damit ernähren möchte, die durchaus größer sein können, als ca. 5 Personen, summieren sich diese 5 Cent doch schon auf eine beträchtliche Menge.

Daher hoffen wir, dass dass wir mit diesem Projekt im Sinne der Spender handeln und diese die Freude der Kinder zu schätzen wissen.

 

SEIFE

Lena und ich haben es uns auch zum Ziel gemacht, die hygienischen Umstände der Schule etwas zu verbessern. Daher haben wir mit dem „Seifenprojekt“ begonnen.

In Gästehäusern und auch einigen Hotels werden den Besuchern immer neu verpackte Seifen bereitgestellt. Allerdings haben wir uns gefragt, wohin denn eigentlich die gebrauchten verschwinden? Aus diesem Grund sind wir gerade dabei Kontakt mit einige Unterkünften aufzunehmen, ob sie uns nicht mit einer „gebrauchte“ Seifenspenden unterstützen wollen. Da einer unserer Teamerinnen diese Idee auf dem Zwischenseminar gekommen ist, durften wir dort schon eine beträchtliche Menge Seife von den anderen Freiwilligen einsammeln.

Damit haben wir nun unser Projekt gestartet und kümmern uns darum, dass sich alle Kinder vor den Mahlzeiten gründlich die Hände waschen. Natürlich ist immer einer von uns beiden dabei anwesend, da sonst die Seife vielleicht nicht richtig benutzt werden oder einfach verschwinden würde.

 


Wir hoffen, dass uns zumindest eines der vielen Gästehäuser hier unterstützt.

 

 

WOCHENENDBESUCHE

Wir haben uns vorgenommen nun die Kinder auch häufiger mal am Wochenende zu besuchen. Da sie außer waschen und wischen kein besonderes Tagesprogramm haben, stellten wir bei unserem ersten Besuch an einem Samstag fest, wie viel Spaß sie haben, wenn einfach mal andere Personen für ein, zwei Stündchen vorbeischauen.

Wir hoffen, dass wir diese Motivation behalten und den Kindern weitere Abwechslung bringen. Denn so einem Samstag macht es ihnen doch eine Menge Spaß mit uns Ball zu spielen, zu basteln, zu quatschen oder sich sonst einfach mal ein bisschen zu bewegen oder kreativ zu sein.

 

Obstprojekt

Wir haben es nun auch geschafft, einen Obsthändler aufzutreiben, der uns zweimal die Woche rund 70 Bananen bringt. Wir bereiten das Obst vor der Mittagspause vor, sodass sich jedes Kind pünktlich zum Mittagessen einen Teller mit Essen und einer zusätzlichen Bananen darauf abholen kann.

 

 

 

 

Auch diese Idee stammt von Vorfreiwilligen, die wir nun wieder aufleben lassen können. Da sich Hanna (Freiwillige 2011/2012) auch noch von Deutschland aus um Spenden gekümmert hat, können wir bald auf etwas Obst dreimal pro Woche erhöhen. Beim dritten Mal soll es sich dann aber um was anderes handeln, als Bananen.